Bild über einen Chart als Candlestick

Tradingkosten und Tradingstile - Der Stil entwickelt sich automatisch

Ich möchte im Vorwort auf die Tradingkosten eingehen, die in zwei Kategorien eingeteilt werden. Das sind zum Einen die fixen Kosten pro Trade und zum Anderen die Spreadkosten. Für unerfahrene Neulinge möchte ich kurz erklären was der Unterschied ist. Viele Broker bieten fixe Kosten pro Trade an. Anders formuliert: jeder Trade verursacht dieselben Kosten (z.b. 4,95EUR pro Trade), egal wie groß der Kapitaleinsatz ist. Spreadkosten hingegen richten sich nach der Größe des Kapitaleinsatzes, da die ersten erwirtschafteten Punkte vom Broker einbehalten werden. Manche Broker nehmen auch kleine Gebühren für das Halten der Positionen über's Wochenende. Diese Kosten sind aber sehr gering im Vergleich zu den normalen Kosten.
Ein Beispiel zu den Spreadkosten: sie eröffnen eine Position und stellen fest, dass diese Position erstmals in der Verlustzone ist. Wenn der Spread 3 Punkte beträgt, so wird ihr Trade auch bei -3 Punkten gestartet. Sie sind also erst in der Gewinnzone, wenn ihre Position 4 Punkte in ihre gehandelte Richtung läuft. Die ersten drei Punkte sind somit für ihren Broker, ab dem 4. Punkt beginnt ihre eigentliche Gewinnzone. Wie hoch die Spreadkosten sind, entscheidet der Broker selbst. So ist es beim Währungspaar EUR/USD normal, dass zwischen einem bis vier Punkte als Spreadkosten vom Broker einbehalten werden. Der Unterschied beider Kostenarten ist grundsätzlich einfach zu bewerten, dennoch möchte ich kurz darauf eingehen. Je nach der Größe des Trades, damit meine ich den Einsatz der Kapitalgröße, macht das eine oder das andere mehr Sinn.
Ein Rechenbeispiel zu den Tradingkosten:
die Differenz der Punkte bilden den SpreadBei einem Handelseinsatz von 40EUR, bei dem ein Punkt (auch PIP genannt) mit 0,40EUR bewertet wird, würden bei einem Spread von 3 Punkten ein Kostenfaktor von 1,20EUR entstehen. Somit würde dieser Trade also 1,20EUR kosten. Somit wären die Spreadkosten günstiger, als die fixen Tradekosten von 4,95EUR. Bei einem Kapitaleinsatz von 1000EUR, bei dem ein PIP mit 10EUR bewertet wird, wären die fixen Tradekosten also wesentlich günstiger, da bereits nach den ersten PIP die Kosten beglichen wären. Es ist also offensichtlich, dass gerade für Neueinsteiger, die eher mit wenig Kapital handeln, eher einen Broker wählen sollten, der nach Spread abrechnet. Auch hier ist zusätzlich darauf zu achten, dass die Spreadkosten für den Wert, den du handeln möchtest, ebenfalls verhältnismäßig niedrig sind. Solltest du aber noch nicht wissen, was du handeln möchtest, so mach dir anfangs über die Spreadkosten noch keine Gedanken:)
Beide Kostenfaktoren haben aber auch eins gemeinsam. Viele Trades = viele Kosten. Je nach Tradingstil werden wenig bis viele Trades innerhalb eines Tages getätigt.

Positionstrading und Swingtrading

Über Tradingstile kann man wahrscheinlich so viel schreiben, dass man ganze Bücher damit füllen könnte. Ich möchte hier das Positionstrading und Swingtrading aber mit wenigen Worten erklären. Unter Positionstrading verstehe ich einen mittel- bis langfristigen Handel eines Wertes (Aktien,Devisen,Rohstoffe,Indizes etc.). Hier werden Positionen überdurchschnittlich lange gehalten. In der Regel wartet ein Positionstrader auch auf eine langfristig ausgerichtete Einstiegsmöglichkeit. Hier wäre ein Überblick der aktuellen COT Daten von Vorteil. Ich möchte auf die COT Reports nicht näher eingehen, da es ein gesondertes wichtiges Thema ist. Eine Grundregel des Positionstrading ist: Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen. So kommt es natürlich vor, dass der Positionstrader auch über einen längeren Zeitraum keine Trades geöffnet hat. Er bleibt dann solange in Warteposition, (fachlich ausgedrückt: er bleibt Flat) bis sich eine potentielle Einstiegsmöglichkeit bietet. Eine Einstiegsmöglichkeit wäre beispielsweise ein langfristiger Trendwechsel, bei dem Positionen wochenlang gehalten werden können.

Das Swingtrading bezieht sich eher auf einen einzigen Trend. So hat der Swingtrader weniger Interesse an einem Trendwechsel, vielmehr nutzt er die Dynamik eines einzelnen Trends. Jeder Trend ist an seiner Dynamik zu erkennen. So hat ein steigender Trend auch wiederkehrende fallende Kurse, die im Fachjargon Korrekturen genannt werden. Ein Swingtrader erkennt solche Korrekturen und handelt am Ende dieser Korrektur in Richtung des Trends. Er handelt also den Schwung.

Man liest und hört auf vielen Webseiten den Spruch: 'der Trend ist dein Freund'. Nach meiner Meinung ist das auch der einzige Vorteil, den der Trader hat, um langfristig Gewinne zu erzielen. Jeder Gewinner baut auf Vorteile auf. Es muss immer irgendein Vorteil vorliegen, um langfristig Gewinne zu erwirtschaften. Der Vorteil beim einem Roulette ist beispielsweise die Null. Ohne diese Null hätte das Kasino keinen gewinnbringenden Vorteil. Die Null ist hier mit einem Trend zu vergleichen, und bringt uns als Trader den entscheidenden Vorteil. Wenn du die Wahl hättest, ob du lieber Spieler sein möchtest oder die Bank, wofür würdest du dich entscheiden?
Diese Frage verbirgt eine tiefgreifende Message, dessen Pointe vielen Traderneulingen verständlicherwesie noch nicht ganz klar ist. Aber es sollte 'Dir' klar sein, wenn du mit dem Handel an der Börse beginnst. Nutze den Vorteil und denke wie die Bank beim Roulette. Für Spielermentalitäten ist, meiner Meinung nach, Roulette die bessere Wahl.

Die Nutzung der Charts mit ihren Zeiteinheiten

Bevor ich auf die Zeiteinheiten der Charts komme, möchte ich dir noch einen Tipp an die Hand geben. Egal für welche Tradingart du dich entscheidest. Informiere dich über die Bedeutung von COT Reports. Ich werde sicher auf dieser Webseite darüber schreiben, aber ich weis noch nicht genau wann. Ich persönlich halte die Wirtschaftsdaten (für Devisen und Indizes findest du Daten hier) und die COT Reports für 'sehr' wichtig. Denn deine Tradeentscheidungen sollten in Korrelation mit diesen Daten stehen. Ich erkläre dir auch bildhaft warum.

Nutze die COT Reports und die täglichen Wirtschaftsdaten für deine HandelsentscheidungenJe mehr du dich einer Sache entfernst, desto mehr siehst du das große Ganze. Die Wirtschaftsdaten und der COT Report bilden einen Rahmen, den du erst richtig erkennst, wenn du einen Schritt zurück machst. Sorge also dafür, dass du bei jedem Trade das große Ganze im Visier hast. Ebenso wichtig ist eine strategische Nutzung der Charts. Auch hier gilt die Regel: mache einen Schritt zurück, und erkenne das große Ganze. Bevor du einen Trade setzt, ist es sinnvoll den Kursverlauf in seiner Vergangenheit zu prüfen und zu kennen. Vielleicht kannst du so Trades verhindern, die wirklich keinen Sinn ergeben hätten. Was sich im 5 Minuten Chart als Trend zeigt, ist in Wirklichkeit im 1 Stunden-Chart nur die Korrektur eines größeren Trends, der gerade sein Ende findet. Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass Scalptrader hiervon weitgehend ausgeschlossen sind, da ihre Strategie anders ausgerichtet ist. Hier sind mehrere kleine Gewinne mit möglichst wenig Kosten das Ziel. Es spielt also kaum noch eine Rolle, welcher Trend tatsächlich vorliegt. Scalptrader halten ihre Trades auch nur ein paar Sekunden bis Minuten.

Wie viel Zeit hast du zum Traden

Diese Frage kann beantwortet werden, bevor du mit dem Traden beginnst. Oder besser noch: wie viel Zeit hast du, wenn es erfolgreich läuft. Im Grunde waren diese Fragen eher ironisch gemeint. Du hast natürlich immer so viel Zeit, wie du für dich einräumst, oder nicht?
Ein strategisch geschickter Trader kann mit 10 Minuten am Tag mehr Gewinne monatlich erwirtschaften, als ein Trader der 5 Stunden am Tag vor seinen Chart sitzt. Warum? Ganz einfach. Die große Hürde der Trader ist es nicht erfolgreiche Trades zu setzen, sondern die emotionale Begleiterscheinung. Das größte Problem eines Traderneulings sind seine Emotionen. Diese Emotionen sind es, die zwischen unseren Gewinnen und Verlusten stehen. Natürlich unterliegen Traderprofis ebenfalls diesen Emotionen. Nur haben sie gelernt, diese Emotionen besser zu deuten und zu kontrollieren. Je erfahrener und routinierter du wirst, desto mehr kannst du deine Emotionen loslassen. Somit kann eine einzige Entscheidung im Monat mehr Geld einbringen als 20 andere Entscheidung. Ich möchte an dieser Stelle ein Beispiel anfügen, um deine Gedanken zu ordnen.
Der DAX ist vom November 2012 bis Dezember 2013 von 7100 bis auf 9700 Punkten gestiegen. Innerhalb von 13 Monaten konnten Positionstrader mit nur einem Trade ihren Gewinnanteil aus der 30prozentigen Steigerung mitnehmen. Der DAX ist seit Anbeginn seiner Zeit immer gestiegen. Nur die Börsencrashs haben den normalen Verlauf unterbrochen, was für Positionstrader immer wieder einen neuen Einstieg brachte. (Siehe die beiden folgenden Bilder) Somit war es (und wird es auch weiterhin sein) dem routinierten Positionstrader mit dem DAX seit vielen Jahren möglich gewesen, mit wenigen Trades über einen langen Zeitraum hohe Gewinne einzustreichen. Allerdings möchte ich heute (Stand: Januar 2014) davor warnen langfristig in den DAX zu investieren. Es ist möglich, dass der nächste Börsencrash bevor steht. Schaut man sich die Grafiken an, so könnte eine riesige Korrektur (Börsencrash) den steigenden Verlauf erneut stark unterbrechen. Seien sie also vorsichtig.

der DAX von November 2012 bis Dezember 2013
2 Börsencrashs haben den steigenden Trend unterbrochen

Die Brücke vom Positionstrader zum Swingtrader

der Swingtrader nutzt die Korrekturphasen für sein Handeln ausBeiden ist der Trend sein Freund. Während der Positionstrader also auf einen größeren Trend wartet (möglicherweise auf einen zyklischen 4 Wochentrend), den er handeln kann, so ist der Swingtrader höchstwahrscheinlich schon im kleinen Trend nach einer Korrektur aufgesprungen. Jedoch lassen sich beide Tradingstile bestens miteinander kombinieren. Ein Positionstrader, der einen Trendwechsel für sich erkannt hat, und nun diesem neuen Trend folgt, kann zusätzlich neue Positionen eröffnen, und zwar immer nach einer Korrektur, die er dann bei der nächsten Korrektur wieder gewinnbringend schließen oder auch weiterhin halten kann kann.(Siehe Bild) Hier müssen die Stopps (ein eigenes und wichtiges Thema) richtig gesetzt werden, um beim Trendwechsel die Verluste zu minimieren. Die rechte Abbildung zeigt einen steigenden Trend. Der Positionstrader ist bereits von Anfang an dabei, während der Swingtrader immer die Korrektur-Tiefpunkte für einen neuen Einstieg für sich nutzt, und in der Regel vor der nächsten Korrektur aus dem Markt geht, um sich die Gewinne zu sichern. Der Positionstrader bleibt auch während der Korrekturphase im Markt, da er auf einen weiteren steigenden Markt setzt. Die Stopps, oder auch Ausstiegspunkte genannt,(wird an anderer Stelle näher beschrieben) werden nach jeder Korrekturphase neu gesetzt, um sich Gewinne bei einem Trendwechsel zu sichern.

Schlusswort

Du wirst im Laufe deiner Erfahrungen dein eigenen Stil herausfiltern. Ich habe es immer als eine Hilfe empfunden, alles beim Namen nennen zu können. Ich selbst bezeichne mich nach allgemeinen Wissensstand als einen Positionstrader. Allein die Bezeichnung 'Positionstrader' macht es mir möglich nach anderen Positionstradern zu suchen, um mich auszutauschen. Ohne diese Bezeichnung wäre ich auf meine eigene Entwicklung 'alleine' gestellt. Ich profitiere also, genau wie du jetzt auch, von dem Know How der erfahrenen Trader. In diesem Sinne, erkenne deine Emotionen und bleibe Herr über Sie.

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